 |
|
12. Berliner |
|
Tag der Mathematik |
|
Samstag, 5. Mai 2007 |
|
 |
Niels Henrik Abel und der Abel Preis
Wir freuen uns sehr, dass die Königlich Norwegische Botschaft Berlin zum Berliner Tag der Mathematik nun schon zum fünften Mal einen "kleinen" Niels-Henrik-Abel-Preis für Berliner Schülerinnen und Schüler stiftet. Dadurch wird nicht nur die enge Verbindung von Niels Henrik Abel zu Berlin unterstrichen, sondern auch auf die Verleihung des "großen" Abel-Preises hingewiesen.
Niels Henrik Abel |
Niels Henrik Abel war wohl der bedeutendste norwegische Mathematiker. Er wurde am 5. August 1802 auf der Insel Finnøy in der Nähe von Stavanger als Sohn eines Pfarrers geboren und starb am 6. April 1829 in Froland an einer Tuberkulose. In den ersten Schuljahren trat seine mathematische Begabung nicht sonderlich hervor; das änderte sich im Alter von etwa 16 Jahren, als er an eine Schule in Oslo wechselte. Sein Lehrer, Bernt Holmbø, erkannte Abels außergewöhnliche Fähigkeiten und förderte ihn. Ab 1821 studierte Abel an der Universität von Oslo und legte dort schon 1822 ein Examen ab. Seine ersten Arbeiten beschäftigten sich mit Integralgleichungen und dem berühmten Problem der Lösung von algebraischen Gleichungen: für algebraische Gleichungen 2. Grades kann man mit Hilfe von Wurzeln die Lösungen direkt angeben ("p-q-Formel"), auch für Gleichungen 3. und 4. Grades sind (kompliziertere) Formeln bekannt; Abel bewies, dass dies allgemein für Gleichungen 5. und höheren Grades nicht mehr möglich ist.
Im Winter 1825 - 1826 war Abel mit norwegischen Freunden in Berlin, wo er den Mathematiker August Leopold Crelle traf. Crelle wurde Abels enger Freund und unterstützte ihn in vieler Hinsicht. Im ersten Band des Journals für die reine und angewandte Mathematik - später auch kurz "Crelles Journal" genannt - erschienen allein sieben Artikel von Niels Henrik Abel.
Abel beschäftigte sich weiter mit Integralgleichungen (Abelsches Theorem), mit der Konvergenz von Reihen und Potenzreihen (Abelsches Kriterium, Abelscher Grenzwertsatz); viele seiner Ergebnisse sind richtungsweisend für die Mathematik.
1829 sollte Niels Henrik Abel dank Crelles unermüdlichen Einsatzes auf eine Professur für Mathematik in Berlin berufen werden. Crelle schrieb diese Nachricht am 8. April 1829 an Abel, zwei Tage nach Abels Tod.
Abel-Denkmal in Oslo |
Zum 200. Geburtstag von Niels Henrik Abel hat die Norwegische Regierung eine Stiftung eingerichtet, deren Erlöse für den "Abel-Preis für Mathematik" bestimmt sind. Dieser Abel-Preis ist mit einem Nobelpreis vergleichbar, den es ja für die Mathematik nie gegeben hat. Der Abel-Preis wurde erstmals im Jahr 2003 vergeben, er ist mit ca. 750.000 Euro dotiert.
Der Abelpreisträger 2007 ist Srinivasa S. R. Varadhan, Courant Institute of Mathematical Sciences, New York. [mehr]
Weiterführende Links: